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Nein ganz sicher nicht, denn diese Pilze, die sich in den Mykorrhiza-Präparate der Firma Mykoflor befinden, können in keinem Garten Pflanzenkrankheiten hervorrufen.
Um die vollständige Antwort auf diese Frage zu geben, müssen Sie verstehen, dass es mehr Pilzarten als Pflanzenarten gibt. Natürlich Pilze sind oft Ursache von Krankheit, nicht nur bei Pflanzen, sondern auch bei uns Menschen. Gegessene Lebensmittel, die unter ungeeigneten Bedingungen gelagert und mit Schimmel bezogen sind, können zu schweren Vergiftungen führen. Schimmel ist nichts anderes als eine Artpilz. Es gibt auch parasitische Pilze, die eine häufige Ursache für Pflanzenkrankheiten wie Phythophthora, Fusarium und andere (mehr dazu finden Sie in Artike Biologischer Pflanzenschutz vor Krankheitserregern). Aber wir sind nur an diesen Pilzarten interessiert, die spezialisiert sind mit den Pflanzen in einer einzigartigen Weise zusammenzuarbeiten.
Diese Zusammenarbeit heißt Mykorrhiza.
Als Beispiel für eine solche Symbiose kann die Zusammenarbeit zwischen Eichen und Steinpilzen oder zwischen Rotkappen und Birken nennen. In unseren Präparaten befindet sich lebende Mykorrhiza-Myzel, die von den Wurzeln von Wildpflanzen isoliert und anschließend im Labor vermehrt werden. Wir sind uns sicher, dass man in Fall der Präparate von der Firma Mykoflor nicht von Trojanischen Pferden reden kann. Mykorrhiza bringt Vorteile für Pflanzen, Pilze und auch für den Gärtner. Dank ihr haben wir einen gesunden Garten oder Plantage mit schönen fruchtbaren Pflanzen, die auch in extrem schlechten Bedingungen leben können (mehr dazu finden Sie im Artikel Benötigen kultivierte Pflanzen Mykorrhiza?). Bereits vor Millionen von Jahren sind Pflanzen und Pilze auf die Idee der Kooperation gekommen, was sich als so erfolgreich erwies, dass diese bis heute andauert.
Um auf diese Frage möglichst präzise zu antworten, muss zuerst klar sein was Mykorrhiza überhaupt sind, und wozu Pflanzen diese brauchen.
Der Hauptteil aller auf der Erde lebenden Pflanzen lebt schon seit über 450 Millionen Jahren symbiotisch mit Pilzen, den sogenannten Mykorrhiza. Das Wort Mykorrhiza bedeutet nichts anderes als „Pilz-Wurzel“ und spiegelt das eigentliche Verhältnis zwischen Pflanzen und Pilzen wieder. Diese Partnerschaft ist sehr beständig, was bedeutet, dass die Verbindung bis zum Tod der Pflanze andauert.
An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass Pilze als Destruenten, also Organismen, die in der Nahrungskette an letzter Stelle stehen, fungieren und in der Lage sind Cellulose mit Hilfe von selbstproduzierten Enzymen zu zersetzten. Ohne sie wären der größte Teil der ländlichen Ökosysteme überdeckt mit meterhohen Schichten von alten Blättern, Ästen und alten, umgefallenen Bäumen. In diesem Prozess der Cellulosezersetzung werden die für Pflanzen nicht erreichbaren Mineralstoffe, welche in der alten Biomasse gebunden sind, freigesetzt und können von den Pflanzen neu verwertet werden.
Durch äußere Einflüsse von Natur oder Menschen werden die natürlichen Lebensräume der Pflanzen durch Dürreperioden, Versalzung des Bodens, Verunreinigungen des Bodens mit Schwermetallen oder anderen schädlichen Einwirkungen belastet. Mykorrhizapilze helfen den Pflanzen ihre Widerstandsfähigkeit gegen diese Stress-Situation zu erhöhen.
Die häufigste, aber auch genetisch ältere Form der Mykorrhiza ist die Endomykorrhiza, welche meist Grünpflanzenwurzeln besiedelt.
Die Endomykorrhiza ist die weniger effektive Form der Symbiose im Vergleich zur Ektomykorrhiza. Das liegt daran, dass letztere feinere und weiter verzweigte Myzel-Netzwerke entwickeln.
Wirkungsvoller bei der Stärkung der Widerstandskraft der Pflanzen ist ebenfalls die Ektomykorrhizaform, die auf vielen Wurzeln vom Laubbäumen und Sträuchern lebt. Mykorrhizapilze, besonders die Ektomykorrhizaform, produzieren Myzel - Hyphen, die zehnmal dünner als die Haarwurzeln der Pflanzen sind, und 1000 mal dichter wachsen als das Haarwurzelnetz, wodurch sie die kleinsten freien Zwischenräume in der Erde effektiver nutzen, um Wasser, Mineralien und Mikroelemente an die Wurzeln der Pflanzen zu liefern.
Das alles ist sehr schön, aber warum tut Mykorrhiza das?
Die Antwort ist einfach, in jeder Symbiose erfüllen die Partner füreinander Dienstleistungen, aber erhalten im Gegenzug auch Dinge zurück. In der Mykorrhizasymbiose liefert der Pilz den Wurzeln der Pflanze ständig Wasser und Nährstoffe. Die Pflanze nutzt diese im Fotosyntheseprozess zur Erzeugung von Glykose, wie auch pflanzlicher Fette. Diese Produkte nutzt die Pflanze für ihr Wachstum und die Herstellung der Früchte, aber auch der Pilz bekommt seinen Anteil davon, um eigene lebenswichtige Prozesse durchführen zu können.
In den Trockenperioden ist der Fotosyntheseprozess, ohne den Pilz, auf Grund von Wassermangel automatisch gebremst, dies führt zu einer Reduktion des Pflanzenwachstums und der Obstproduktion. Eine gute Mykorrhizierug hingegen kann zur Steigerung des Ertrags führen.
An dieser Stelle müssen wir nochmal betonen, dass im Zersetzungsprozess der alten biologischen Substanz, die Mineralien und Mikroelemente den Pflanzen frei zur Verfügung stehen. Durch den Einsatz von Mykorrhizapräparaten kann die Verwendung von chemischen Düngemitteln reduziert und somit die Bodenversalzung verringert werden, was in einem weiteren Schritt zur Begrenzung der „Bodenmüdigkeit“ führt.
Schutzfunktion
Desweiteren schützt der Mykorrhizapilz seinen pflanzlichen Partner gegen Bedrohung und Krankheiten die im Boden vorkommen, in dem er einen Mantel aus Myzel um die Pflanzenwurzeln legt, der wie eine Pufferzone funktioniert. Beispiele für die Sutzfunktion sind:
> Nematoden - hier ist der Schutz der Mykorrhizapilze passiv. Die im Boden lebenden parasitischen Nematoden suchen den direkten Kontakt mit den Wurzeln der Pflanzen, aber da die Mykorrhizapilze ein dichtes Netz aus Myzel um die Wurzeln der Pflanzen bilden, sind diese sehr effektiv gegen die Bedrohung abgeschottet.
> Krankheitserreger – in diesem Fall ist außerdem eine aktive Schutzwirkung zu beobachten, da der Mykorrhizapilz verschiedene antioiotisch wirkende Substanzen absondert, die die Entwicklung pathogener Erreger hemmen.
> Außerdem hat Pilzmyzel sehr positive Wirkung auf den Boden durch die Bildung von sogenannten Boden-Aggregaten, wie auch Regulierung eines unzureichenden Boden-pH Wertes.
Zusammengefasst wirkt sich die Mykorrhiza sehr positiv auf die Widerstandsfähigkeit der Pflanze aus, unterstützt die Pflanzen bei ihrer Entwicklung und bei der Erhöhung des Ertrages.
Das alles und noch viel mehr bietet der Mykorrhizapilz!