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Einfluss der Mykorrhiza-Impfstoffe auf die Bodenqualität

Zu stark beanspruchter Boden kommt oft bei langjähriger Kultivierung insbesondere mit Monokulturen, wie es auch Weinreben sind, vor. Als Ergebnis jahrelanger, einseitiger Düngung mit künstlichen Düngemitteln, kann es zu einer zunehmenden Versalzung des Bodens kommen.

Soweit bekannt ist, kann der Mykorrhizapilz bei solchen Plantagen zur Entsalzung des Bodens beitragen:
  • durch Verringerung der benötigten Dünge Menge, die bis zu 50% reduziertwerden kann
  • entsalzt das Pilzmyzel selbst aktiv den Boden, indem es diese Stoffe einlagert

Derselbe Prozess kann auch bei Schwermetallen und radioaktiven Stoffen beobachtet werden.

Ein weiterer Grund für die Ermüdung des Bodens ist die Verbreitung von Krankheitserregern und Schädlingen, ebenso wie Bakteriophagen, die nützliche Mikroorganismen zerstören. Zusätzlich reichern sich in der Erde spezifische, chemische Zusammensetzungen an, welche von dieser Pflanzenart produziert werden, sich jedoch gleichzeitig negativ auf diese Pflanzenart auswirken (die sogenannte Allelopathie).

Diesen Prozess kann man mit der Gärung des Weines vergleichen – die Hefe im Wein produziert Alkohol, wenn jedoch der Alkoholbereich einen gewissen Wert erreicht, stirbt die Hefe.

Wenn man die Mykorrhizaimpfstoffe mit bestimmten Bodenbakterienarten ergänzt, führt dies zu einer verringerten Allelopathie.

Das Einbringen von Mykorrhizaimpfstoffen in der Kombination mit Bodenbakterien beseitigt nicht nur die oben genannten negativen Erscheinungen auf den Plantagen, sondern führt auch zur physischen Verbesserung der Bodenstruktur der Bildung von sogenannten Boden-Aggregaten, was zu folgenden Besserungen beiträgt:

  • größere Wasserspeicher-Kapazität
  • bessere Regulierung des pH
  • bessere Durchlüftung des Bodens

Dies sind sicherlich langwierige Prozesse, aber erste Effekte machen sich bereits nach zwei oder drei Vegetationsperioden bemerkbar.  

Am besten ist es sicherlich, von Anfang mit  Mykorrhizaimpffstoffen zu arbeiten, mit dem jeweiligen Pilzmyzel und Bakterien zu der dazugehörigen Pflanzenart.

Im Gegensatz dazu wird in Weinrebenschulen die Methode der Mykorrhizirung allein nicht signifikant zur Bekämpfung der Bodenmüdigkeit beitragen, weil in einer so kurzen Zeitspanne, wie es sich bei der Pflanzung der Weinrebensetzlinge bis zur ihrer Ernte vom Feld handelt, das Myzel keine Möglichkeit hat genügend zu wachsen, um Nennenswerte Auswirkungen zu zeigen.

Ein weiterer Grund ist, dass die Pflanzen in kürzester Zeit aus dem Feld ausgegraben werden  und das Myzel allein, ohne einen Pflanzenpartner, der es ernährt, keine Überlebenschance in der Erde der Baumschule besitzt.

Die geernteten Pflanzen hingegen, deren Wurzeln bereits mit Myzel besiedelt sind, nehmen dieses natürlich mit sich und Übertragen es auf den festen Standort (Voraussetzung  ist, dass die Feinwurzeln während ihrer Überwinterung nicht ausgetrocknet sind.)

Eine Möglichkeit, welche im Falle von Verschulbeeten zur Bekämpfung, oder zumindest  Linderung des Auszehrungsprozesses zu empfehlen wäre, ist die Durchführung klassischer Rotationen in Form von Zwischenfrucht.

Die Mykorrhizirung der Pflanzen in einer Baumschule kann nicht zum Zeitpunkt der Pflanzung in der Baumschule ausgeführt werden, sondern erst in der Wachstumsphase der Pflanze wenn sie das vierte bis fünfte Blatt produziert haben. Dann ist das Pflanzenwurzelsystem bereit das Myzel anzunehmen. Zu einer früheren Zeit  kann eine Impfung zur Zerstörung der jungen Pflanze durch das Myzel führen, weil sie alle Kohlenhydrate, die die Pflanze im Fotosyntheseprozess produziert, aufbrauchen würde– daher muss eine künstlich inokulierte Pflanze eine gewisse Größe besitzen.

Es ist es ratsam, jeweils die neuen Jungpflanzen in der Rebschule mit Mykorrhiza zu impfen, weil dies den Wert der Rebenpflanzen aus der Baumschule erhöht, einerseits durch schnelleres Wachstum der Jungpflanzen, andererseits durch die Tatsache, dass der Mykorrhizapilz mit den Wurzel in den Plantageboden übersiedelt. Und sie werden nicht nur den neuen Standort vor Bodenermüdung schützen, sondern auch die Pflanzen, weil Mykorrhiza Pilze eine schützende Barriere gegen eventuelle Bodenpathogene wie Phythophthora, Fusarium und andere darstellen.

Aber zu diesem Thema finden Sie mehr Informationen im nächsten Artikel Biologischer Pflanzenschutz vor Krankheitserregern.

Kategorie: Mykorrhiza